Olympus SP-500
Vom Aussehen her wirkt die Olympus SP-500 sehr wertig. Mit ihrem schwarzen (Plastik-) Gehäuse kommt sie elegant daher, ist gut verarbeitet und liegt für eine Kamera dieser Größenordnung sehr angenehm in der Hand. Einen großen Vorteil hat der Fotograf auch durch den “Griff”, der die Kamera ausgesprochen ruhig in der Hand liegen lässt. Die Knöpfe an sich lassen sich alle sehr gut bedienen (fast alle sind einfach mit dem Daumen erreichbar), einzig der Druckwiderstand ist nicht ganz so optimal gelöst, da man manchmal das Gefühl hat, den Knopf gar nicht richtig gedrückt zu haben.
Dennoch wirkt die Olympus SP-500 gut durchdacht und mit ihrem 2,5″ TFT-Display sehr einladend. Der optische Sucher ist ausreichend groß und bietet ein gutes Bildblickfeld.
Das Stativgewinde darf -Gott sei dank- auch hier nicht fehlen, da man ansonsten mit dem optischen 10-fach-Zoom manchmal wirklich nicht gut klar kommt.
Die Maße betragen 105 mm x 75 mm x 71 mm bei knapp 370 Gramm Gewicht (betriebsbereit).
Die im Herbst 2005 erschienene Kamera konnte also vom Aussehen schon überzeugen. Das Gefühl, eine billige Kamera in Händen zu halten, trat bei mir niemals auf. Vielmehr kann aber die SP-500 durch ihre Technik überzeugen, auf die ich nun ein wenig mehr eingehen werde.
Die SP-500 mit ihren 6 Megapixeln kann mit 6 verschiedenen Auflösungen arbeiten. Da wären:
2.816 x 2.112 Pixel
2.592 x 1.944 Pixel
2.288 x 1.712 Pixel
1.024 x 768 Pixel
640 x 480 Pixel
Wobei die 640 x 480 Pixel wirklich nicht mehr zeitgemäß sind und -wenn überhaupt- für Bilder benutzt werden, die ausschließlich per E-Mail verschickt werden. Da wir aber mittlerweile in Deutschland eine recht hohe Abdeckung von DSL-Gebieten haben, können auch locker Bilder mit einer Pixelzahl von 1.024 x 768 versandt werden.
Gespeichert werden die Bilder entweder auf dem internen Speicher (da stehen aber bloß 10 MB zur Verfügung) oder aber auf einer xD-Karte, welche leider nicht mitgeliefert wird. Die Bilder werden entweder im JPEG- oder im RAW-Format abgelegt. Wer ein wenig mehr aus seinen Bildern herausholen möchte, fotografiert sicher im RAW-Format, auch wenn man dann wirklich praktisch jedes Bild am PC nachbearbeiten muss. Doch die unterschiedlichen Ergebnisse sind meist erstaunlich. Wer die Bilder mittels eines Kartenlesers auf den PC überspielt, den interessiert es sicherlich nicht, dass die SP-500 immerhin USB 2.0 unterstützt und sich somit die vor allem großen RAW-Bilder bestens auf den PC übertragen lassen.
Ich bin ja ein Fan von Li-Ion-Akkus. Daher war ich ein wenig enttäuscht, dass hier in der SP-500 vier normale AA-Batterien (bzw. Akkus) eingesetzt werden. Sicherlich ist das manchmal besser, wenn man auch einfache Batterien in der Not einlegen kann, ich jedoch favorisiere die Li-Ion-Akkus. Optional kann die Kamera auch mit einem Netzgerät betrieben werden, aber wer macht das schon…
Um mal ein wenig genauer zu werden: Die SP-500 besitzt ein 10-fach optisches Zoomobjektiv, welches eine Brennweite von 38-380mm (KB-Format) abdeckt. Zusätzlich kann ein 5-fach digitaler Zoom hinzu geschaltet werden, was aber aufgrund des damit zusammenhängenden Qualitätsverlusts nicht zu empfehlen ist. Optional können am Objektiv noch Filter befestigt werden.
Der Schärfebereich liegt im Weitwinkel bei 60cm und im Telebereich bei 200cm - das sind ausreichende Werte. Die Makro-Eigenschaften können da schon mehr überzeugen, kann man doch bis zu 3 cm an das Motiv heran und so schon einiges an Makrogegebenheiten abdecken.
Was mir nicht so sehr gefallen hat ist die kürzeste Belichtungszeit. Diese liegt bei gerade mal 1/1.000s. - für echte Sportaufnahmen (wenn man richtig Bewegungen einfrieren möchte) ist das meist schon zu lange. Die Langzeitbelichtung ist mit 15 Sekunden möglich, das reicht für den Amateur durchaus aus, um ansprechende Nachtaufnahmen zu machen. Ebenso kann man eine Bulb-Langzeitbelichtung durchführen. Die Anfangsblende liegt bei F2.8 im Weitwinkel und bei F3.7 im Telebereich.
Wie ich schon erwähnte, hat die SP-500 nicht nur ein großes, helles 2,5″ TFT-Display (welches mit 115.000 Bildpunkten auflöst), sondern auch einen elektronischen optischen Sucher, welcher sogar mit 201.600 Bildpunkten auflöst und richtig angenehm für das Auge ist.
Einen externen Blitz kann so ohne weiteres nicht anschließen (es sei denn, man nimmt einen Metz-Blitz als externen Blitz; aber eine echte Blitzschiene gibt es bei der SP-500 nicht). Man verlässt sich da besser auf den internen Blitz, der sich per Knopfdruck schnell aufklappen lässt. Die Anti-Rotaugen-Funktion ist natürlich integriert, zudem hat die SP-500 eine integrierte Slave-Funktion. Der Blitz reicht bis zu 4,50 Meter weit (im Weitwinkel) und bis zu 3,40 Meter im Telebereich.
Wenn die Kamera an den Rechner angeschlossen ist, lässt sie sich sogar fernsteuern - das können nicht viele Kameras in dieser Preisklasse.
Die SP-500 hat verschiedene Modi für den Schnellzugriff, die da wären: Landschaft, Porträt vor Landschaft, Porträt, Sport/Action, Nachtaufnahme, Porträt bei Nacht, Innenaufnahmen, Selbstporträt, Museum/Diskretion, Speisen, Vitrine, Dokumente, Auktion, Strand/Schnee, Feuerwerk, Kerzenlicht, Sonnenuntergang und natürliches Licht. In den Weißabgleich kann manuell eingegriffen werden, ebenso kann man in Blende und Zeit manuell vorwählen oder auch beides zusammen getrennt voneinander einstellen - das wird vor allem fortgeschrittene Fotografen freuen. Durch die xD-Karten ist eine Panoramaunterstützung ebenso möglich wie eine Pixel-Mapping-Funktion zur Herausrechnung defekter Pixel. Des weiteren hat die SP-500 eine Rauschunterdrückungsfunktion und die mittlerweile bekannte “2 in 1 Crop and Merge”-Funktion bei der zwei nacheinander aufgenommene “Halbbilder” zu einem montiert werden können.
Im Videomodus findet man einen digitalen Bildstabilisator vor, den man allerdings im Fotomodus schmerzlich vermisst, da die 380mm fast nie durch eine einigermaßen ruhige Hand ausgenutzt werden können.
Ich habe Fotos in verschiedenen Situationen gemacht. Vor allem hat mich der Makromodus interessiert, aber auch der maximale Zoom mit seinen 380mm. Vorneweg sei gleich gesagt: Wer wirklich oft den vollen Zoombereich benötigt, sollte nicht zur SP-500 greifen, denn der fehlende Bildstabilisator im Fotomodus macht sich schwer bemerkbar. Es ist leider kaum möglich, Bilder ohne Verwackeln zu knipsen. Ein Einbein-Stativ ist daher für die meisten Fototouren Pflicht. Da tröstet es mich auch nicht, dass die kleinen Videos durch einen digitalen Bildstabilisator unterstützt werden.
Die Farbwiedergabe der Bilder hat mir gefallen. Teilweise kamen mir die Bilder ein wenig zu warmlastig vor, was sich aber mittels EBV problemlos wieder richten ließ. Die Kanten waren in der Standard-Einstellung schön scharf, sodass man hier nur selten nachbearbeiten musste.
Die Auslöseverzögerung nach Fokussierung war sehr schnell, der Autofokus an sich ist bei Motiven im Schatten ein wenig langsam.
Die Makros an sich hatten eine angenehme Schärfe und konnten mich überzeugen. Die 3 cm Mindestabstand sind auch mehr als ausreichend.
Die Bilder im JPEG-Format werden auch herkömmlichen xD-Karten schnell gespeichert, die RAW-Bilder dauern 2-4 Sekunden, je nach Dateigröße.
Einen Punkt muss ich noch abziehen wegen des fehlenden Bildstabilisators. Zudem noch Punkte wegen der teilweise zu warmen Farben.
