Olympus E-500

olympus-e-500.jpgDie Olympus E-500 ist äußest kompakt, in etwa vergleichbar mit der Canon EOS 350D, welche ich privat einsetze. Ich habe hier also schonmal einen schicken ersten Vergleich. Die Kamera hat folgende Maße: 129,5 x 94,5 x 66 mm (BxHxT). Sie wiegt nur etwa 440 Gramm ohne den Akku und ohne Speicherkarte. Wenn man Akku und Karte einlegt, das 14-45mm Objektiv aufschraubt und noch den Tragegurt befestigt, kommt man auf ein Gesamtgewicht von etwa 850 Gramm - das ist durchaus vertretbar, wie ich finde.
Durch die geringe Größe (wie ich es ja schon von der 350D gewöhnt bin) nimmt man diese DSLR gerne überall mit hin, da man sich hier nicht “tot schleppen” muss. Jedoch bekommen Fotografen mit großen “Pranken” (hochdeutsch für “Hände” ;-) ) Probleme mit dem Handling, da die E-500 doch wirklich sehr kompakt ausfällt und man optional keinen Batteriegriff erhalten kann. Dafür ist auch keine Vorrichtung angebracht, zumindest habe ich sie in 3 Wochen Test nicht entdeckt. Die Verarbeitung der E-500 ist vorbildlich, hier passt einfach alles. Sie wirkt sehr edel, auch wenn man kein Magnesium-Gehäuse oder ähnliches Material hat, sondern lediglich Plastik. Jedoch hatte ich stets das Gefühl, etwas hochwertiges in Händen zu halten - und das empfinde ich als sehr wichtig. Auch ist das dünne Leder, welches über den Griff gespannt ist, sehr edel und fühlt sich sehr angenehm an.

Die Olympus E-500 kann mit einem externen Blitz betrieben werden - welche DSLR kann das auch nicht. Der aufklappbare, integrierte Blitz der E-500 leistet gute Dienste, lässt sich aber nicht mehr zusammen mit einem externen Blitz zünden, wie es bei der Schwester E-300 noch möglich war. Man muss sich also entscheiden, welchen Blitz man einsetzen möchte.

Die wichtigsten technischen Merkmale möchte ich an dieser Stelle einmal kurz (!) aufführen - wer mehr Details haben möchte, muss sich bitte auf http://www.olympus.de/consumer/dslr_E-500.htm begeben und dort selbst nachlesen.

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- 8,0 Millionen Pixel mit FFT CCD
- 6,4cm/2.5″ HyperCrystal LCD
- Supersonic Wave Filter als Staubschutzsystem
- Leicht und kompakt durch Pentaprisma-Sucher
- AUTO / M / P / S / A & 20 Aufnahmeprogramme
- Dualer Einschub für CF und xD-Picture Cards
- Sucherbildfeld ca. 95%
- Schärfentiefe-Vorschau möglich
- ISO 100 bis 400. Erweiterbar bis 1600 (in 1/3 LW Schritten). Rauschfilter in ISO boost wählbar.
- bis 60 Sekunden Langzeitbelichtung
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Die Bedienung der Olympus E-500 ist vor allem für Einsteiger mehr als komfortabel. Sie ist einfach und sehr logisch aufgebaut. Mit dem Drehrädchen kann man entweder auf Vollautomatik schalten oder eines der bekannten Programme (P/A/S) nutzen. Zudem kann man voll auf manuell setzen oder aber 20 Motivprogramme zur Hilfe nehmen. Das ist für eine DSLR sehr viel. Wer also Angst hat vor Blenden- oder Zeitvorwahl, der ist mit dem Motivprogrammen bestens bedient - auch wenn ich sowas gerne meide, denn wo ist denn sonst der Spaß an einer DSLR?

Die Olympus E-500 lässt sich in vielen Bereichen individuell anpassen, sodass man wirklich sagen kann: “Die E-500, die passt zu mir!” Ganze Parameter-Bereiche lassen sich verändern und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die Olympus E-500 fokussiert über drei AF-Messfelder, das mittlere davon ist ein kleines Kreuz. Mit dem mittleren Messfeld habe ich bisher die besten Ergebnisse erzielt.

Wie schon bei der Pentax istDL kann ich auch vom 2,5″ TFT-Display der Olympus E-500  gar nicht genug bekommen, bin ich doch mit meinem 1,8″ Display an der 350D so gar nicht mehr zeitgemäss. Das TFT-Display dieser Olympus-DSLR lässt sich astrein ablesen, auch noch von der Seite. Jedoch bekommt man bei starker Lichteinstrahlung Probleme, da das Display doch ziemlich spiegelt. Hier hätte Olympus noch was tun können.

Oben erwähnte ich bereits das Drehrädchen - nun kommen wir aber zum Einstellrädchen, womit sich je nach gewähltem Programm die Blende und die Zeit einstellen lässt. Das Rädchen wurde sehr ergonomisch an der E-500 platziert, bietet genügend Widerstand für eine komfortable Bedienung; somit läuft man nicht Gefahr, im Eifer des Gefechts die Einstellungen aus Versehen zu verstellen.

Für viele Fotografen ist es wichtig, schnell auf bestimmte Funktionen ohne große Mühe zurückgreifen zu können. Per Tastendruck kann man ganz ohne das Menü Funktionen wie ISO, Weißabgleich, Belichtungsmesswahl und Fokusfeldvorauswahl aufrufen - das ist binnen weniger Sekunden eingestellt.

Nun möchte ich gerne ein paar Worte zum Sucher verlieren, der ja nun im Bereich der digitalen Spiegelreflexfotografie sehr wichtig ist. Die E-500 arbeitet mit der FourThirds-Technologie und ist zudem sehr kompakt gebaut; dadurch ist der Sucher leider sehr klein ausgefallen, was für mich auf den ersten Blick schon ein K.O.-Kriterium war. Auch ist er nicht sonderlich hell, sodass man manchmal wirklich seine liebe Mühe hat, das Motiv der Begierde korrekt zu erfassen. Wenn man sich aber dran gewöhnt hat, kann man durchaus mit dem Sucher arbeiten, so ist das ja nicht. Im Sucher eingeblendet findet man einige Informationen wie Belichtungszeit oder Blende sowie weitere Kamerainformationen - diese sind am rechten Rand des Sucherbildes positioniert - sehr unglücklich, denn rechts stören sie mich schon irgendwie.

Wenn das Bild aber erstmal im Kasten ist, kann man alle möglichen Informationen (und die Olympus E-500 bietet wirklich viel Info…) auf dem sehr großen TFT-Display ablesen und das Bild auch sehr anständig vorab beurteilen, zumal man es sehr stark ausschnittsweise vergrößern kann. Die integrierte Lupe lohnt sich allemal. Was aber fehlt ist eine permanente Anzeige über die Akkukapazität, denn das fehlt hier. Kurz nach dem Einschalten der E-500 verschwindet die Batteriestandsanzeige - und wer möchte seine Kamera schon aus- und wieder einschalten um zu sehen, wieviel “Saft” noch übrig ist?

Wo wir gerade beim Einschalten sind: Die 350D von Canon ist deutlich schneller betriebsbereit als die E-500 von Olympus, aber selbst die etwa 2 Sekunden bei der E-500 lassen sich noch verkraften, denke ich. Die längere Dauer bis zur Bereitschaft hat mit der integrierten Staubschutzfunktion (SSWF) zu tun, welche das Einschalten der Kamera ganz leicht verzögert. Wenn man binnen der zwei Sekunden durch den Sucher schaut, ist die E-500 schon betriebsbereit, sodass die 2 Sekunden Einschaltzeit nicht wirklich als Manko gesehen werden können, zumal ja in dieser Zeitspanne des Sensor gereinigt wird, was viele noch von Hand machen müssen.

Die Auslöseverzögerung… ja, die ist großartig und somit genauso schnell wie bei meiner Canon 350D. Also nicht mehr messbar :)

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Natürlich können die geknipsten Bilder auch auf dem TFT-Display wiedergegeben werden. Es lassen sich nicht nur zahlreiche Bildinformationen und ein Histogramm einblenden, sondern auch das Bild um das 14fache vergrößern. Das ist schon eine ziemlich enorme Lupe. Sobald man den Auslöser halb durchdrückt, kommt man aus dem Wiedergabemodus wieder in den Aufnahmemodus zurück.

Um die Bilder abzuspeichern, bedarf es natürlich einer Speicherkarte. Hier können CompactFlash-Karten ebenso eingesetzt werden die xD-Karten. Die CompactFlash-Karten dürfen bis 6 GB groß sein, das sollte also locker ausreichen. Wenn man zeitgleich noch eine xD-Karte in den Schacht einführt, kann der Anwender wählen, auf welcher Karte gespeichert werden soll.

Die Akkuleistung ist sehr gut. Ich konnte etwa 470 Bilder machen, davon viele mit Langzeitbelichtung, einige mit Blitz und des Öfteren mit anschließender TFT-Display-Kontrolle. Somit kommt man mit einer einzigen Akkuladung schon sehr weit. Die Ladedauer des Akkus beträgt etwa 4,5 Stunden, sofern der Akku nicht vollends entladen wurde.

Die Olympus E-500 hat einen 2fach Crop-Faktor, das bedeutet: Die Brennweite wird um das 2fache verlängert. Für Zoom-süchtige sicher lobenswert, aber für diejenigen, die viel Wert auf einen extremen Weitwinkel legen, eher nicht so der Hit.
*** Die Bildqualität

Bisher habe ich die meisten Erfahrungen mit meiner Canon 350D sammeln können, hatte die Olympus E-500 von Olympus aber auf vielen Fototouren während der Testphase mit dabei, um mir einen möglichst guten Eindruck machen zu können, was die E-500 so leistet. Als erstes fielen mir die brillanten Farben auf, welche ich nicht so intensiv erwartet hatte. Die Farben an sich kamen klar, kräftig (aber nicht übersättigt) und angenehm rüber, was ja für viele Fotografen natürlich das A und O ist.

Die ISO-Bereiche haben mich erst stutzig gemacht, denn man kann von Hand nur bis ISO 400 gehen - ISO 400 für eine DSLR? Schon ungewöhnlich, wie ich finde. Das Rauschen hält sich demenstsprechend natürlich auch in Grenzen, was wiederum sehr angenehm ist. Intern ist es möglich, die Bilder direkt zu entrauschen, was ich aber nach einiger Zeit abgestellt hatte, da die Entrauschung in der Kamera für einen teils deutlichen Schärfeverlust verantwortlich war. Je höher der ISO-Wert von mir gesetzt wurde, umso unschärfer wurden die Bilder, als die Entrauschfunktion noch eingeschaltet war.

Ich habe die Bilder bisher selbst nicht ausgedruckt, jedoch gelesen, dass ausgedruckte Bilder schön frisch und knackig ausgesehen haben, bei einer 50%igen Vergrößerung am Bildschrim aber die Schärfe deutlich (!) nachgelassen hat. Daher ist es sinnvoll, im RAW (oder RAW + SHQ) - Format zu fotografieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Die RAW-Bilder an sich zeigten ohnehin eine bessere Schärfe als Bilder im JPEG-Format, wobei man sagen muss, dass JPEG keinesfalls schlecht war/ist - jedoch kann man mit der E-500 und RAW deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit JPEG und der Olympus E-500 .

Die meiste Zeit habe ich jedoch im JPEG-Format fotografiert, was wohl die meisten Einsteiger machen werden. Man kann verschiedene Auflösemodi wählen, wobei zwischen SHQ und HQ kaum ein Unterschied feststellbar ist. Wenn man wirklich nachher auf A3 ausdrucken möchte, würde ich dennoch SHQ empfehlen - für Fotos fürs Internet oder bis 13 x 18 cm Ausbelichtung reicht HQ dicke aus, sodass man noch mehr Platz auf der Speicherkarte hat. JPEG ist, wie erwähnt, keinesfalls schlecht, kann hier mit RAW aber nicht mithalten.

Im RAW-Modus konnte ich bis ISO 1600 hoch gehen, wobei allerdings einige Bilddetails verloren gegangen sind. Wenn man aber in dunklen Gefilden gerade kein Stativ zur Hand hat, macht sich ISO 1600 durchaus bezahlt. Bis ISO 400 ist JPEG möglich, man sollte die interne Entrauschung aber abschalten. Wer dann mehr ISO benötigt, sollte aufs RAW-Format wechseln, auch wenn dann im nachhinein EBV notwendig ist, um das Beste aus den Bildern heraus zu holen. Wer mal die ISO 1600 mit der E-500 ausprobiert hat wird zurecht sagen können, dass das Gesamtergebnis gut ist. Die spätere Entrauschung von Hand lässt sich dann sehr genau steuern, sodass man durchaus brauchbare Bilder “zaubern” kann.

Wie die E-300 auch, besitzt die Olympus E-500 eine Spotmessung, die circa 2% des Bildfeldes zur Messung berücksichtigt. Man kann sogar noch um zwei weitere Spotmessmethoden erweitern, die eine leichte Über- oder Unterbelichtung ermöglichen. Die E-500 hat auch zahlreiche Motiv- und Belichtungsmodi, sodass die E-500 sich wirklich optimal auf den Benutzer anpassen lässt.

Nachdem das Bild im Kasten ist, wird es praktisch ohne Verzögerung direkt auf dem guten Display angezeigt, wo man dann mit der bereits von mir erwähnten 14fachen Vergrößerung sehr nah reinzoomen kann. Mittels den Pfeiltasten lässt sich dann noch im gezoomten Bild navigieren. Wer dann noch wissen will, ob das Bild über- oder unterbelichtet ist, kann sich dieses durch “blinkende Felder” im Display anzeigen lassen, sodass man bei Bedarf das Foto noch einmal schießen kann. Äußerst praktisch, hat meine 350D von Canon leider nicht.

Mit dem Weißabgleich hatte ich manchmal so meine Probleme. Die Schärfe war nie das Problem, doch beim Weißabgleich bei Nachtaufnahmen musste ich schon ein wenig herum experimentieren. Lustigerweise hat der Weißabgleich in der Auto-Funktion besser funktioniert, als wenn ich ihn anpasse. Auf dem Gelände des Hamburger Hafens gibt es viele rot/gelb scheinende Lichtquellen - meine Canon 350D hatte das mit verschiedenen Weißabgleichs-Modi bestens gemeistert, die Olympus E-500 hatte die Bilder mit dem gleichen Weißabgleich, den ich bei der 350D eingestellt hatte, völlig verhauen. Die Bilder wurden arg grünstichtig. Okay, das konnte ich mit EBV noch ausgleichen, aber wer sich mit EBV nicht so gut auskennt, wird hier vielleicht verzweifeln.

Die Detailwiedergabe ist sehr stark, kann locker mit der der 350D mithalten.