Nikon Coolpix 8700

nikon-coolpix-8700.jpgVor einem Jahr habe ich an dieser Stelle über meine Erfahrungen mit der Nikon Coolpix 5700 berichtet. Damals waren 5 Megapixel noch absoluter High-End-Bereich. Heute verlangen viele Fotoagenturen mindestens 6 Megapixel, wenn möglich noch mehr. Also hielt ich nach einem neuen Flaggschiff aus dem Hause Nikon Ausschau.

Da mir die Nikon Coolpix 8700 eigentlich ganz gut gefiel, kam der Nachfolger 8700 in die engere Wahl. Ich hoffte, dass die damals beschriebenen Kinderkrankheiten der Kamera von den Japanern behoben wurden und das Gerät mit technischen Neuerungen wieder einmal meine Begeisterung weckt. Außerdem lockte das Modell mit satten 8 Megapixeln!

Zunächst ein Überblick zu den technischen Parametern meiner neuen Coolpix 8700:

- 8,0 Megapixel effektiv (Fotos bis max. 3.264 x 2.448 Pixel)
- 8fach-Zoom-Nikkor-Objektiv mit ED-Glaslinsen (entspricht 35-280mm-Objektiv bei einer herkömmlichen Kleinbildkamera)
- Minimaler Aufnahmeabstand: 3 cm
- RAW-Bilddateiformat
- frei drehbarer und schwenkbarer, besonders heller TFT-LCD-Monitor
- 12 Motivprogramme
- Serienaufnahmen mit ca. 2,5 Bildern/Sekunde bei voller Bildgröße
- 5-Feld-Multi-Autofocus
- Aufnahme von Filmsequenzen in VGA-Auflösung (640×480 Pixel bei 30 B/s)
- Zeitraffer-Filmsequenzen und Serienbildfunktion “letzte 5 Bilder”
- Zubehörschuh für externes Blitzlicht
- Verschlusszeiten je nach Prorgammwahl von 10 Minuten (Bulb) bis 1/4000 Sekunde
- Am Sucher lässt sich je nach Sehstärke die Dioptrinzahl von -4 bis +1 einstellen
- Speichertyp: CompactFlash
- Gewicht ohne Akku und Speicherkarte: 480 Gramm

Im Vergleich zum Vorgängermodell hat die 8700 leider viele Kinderkrankheiten nicht abgelegt. So ist die Auslöseverzögerung immer noch viel zu lang, um schnelle Schnappschüsse, sprich Momentaufnahmen zu machen. Dafür ist die Kamera jetzt schneller betriebsbereit und auch der Akku hält entschieden länger. Ohne Blitzlicht lassen sich mindestens 100 bis 200 Fotos schießen oder für Energienachschub zu sorgen. Auch das Löschen von Fotos klappt erheblich schneller.

Sehr leistungsfähig ist wieder einmal (bei Nikon bin ich nichts anderes gewohnt) das Zoomobjektiv. Im optischen Bereich erzielt die 8700 in allen Brennweiten hervorragende Ergebnisse. Leider ist der Digitalzoom auch diesmal kaum zu gebrauchen. Die Motive sind meist unscharf oder schlecht aufgelöst.

Die 8 Megapixel erlauben bei einer Auflösung von 300 dpi Fotoausdrucke von 27,6 x 20,7 cm - also in A4-Größe. Doch selbst bei 200 dpi haben die Fotoprints immer noch eine sehr gute Qualität und können so bis auf A3 hochzogen werden. Die eigenen Poster an der Wand sind also kein Problem mehr.

Besonderer Clou ist die Makrofunktion, die allerdings in der selben Funktionalität auch schon bei der deutlich älteren Coolpix 5700 zur Verfügung stand. Mit der Kamera kann ich bis auf 3 cm an das Motiv herangehen, was besonders bei Blumen, Insekten oder Strukturen zu unglaublichen Schnappschüssen führt. Allerdings hat die Kamera Schwierigkeiten, bei geringen Abständen per Autofocus scharf zu stellen. Da muss man schon ganz schön herumprobieren, bis das Motiv richtig angepeilt ist. So manche Biene oder Hummel ist da längst entfleucht. Kein Fortschritt gegenüber dem alten Modell.

Ein weiterer, deutlicher Pluspunkt dieses Geräts ist sein äußerst flexibler Monitor. Er lässt sich aufklappen, drehen, schwenken, wohin ich will. Das verschafft ungeahnte Positionen zum Knipsen, sozusagen aus allen Ecken. Um die Ecke, über Mauern oder unter Ritzen hinweg - alles kein Problem. So gelingen auch Aufnahmen, die mit einer (selbst digitalen) Spiegelreflexkamera nie in die Kiste kommen würden. Denn wenn ich damit durch den Sucher schaue, hat meine Umgebung längst erkannt, dass ich sie anpeile. Bei der Coolpix 8700 kann ich den Monitor nun auch an der Rückwand belassen und trotzdem das Motiv sehen. Er muss also nicht mehr ausgeklappt werden.