Kodak Easyshare V610 Digicam

Die Eckdaten der Kodak Easyshare V610 Dual Lens wie sie eigentlich genannt wird schienen sehr vielversprechend zu sein:
Zwei Linsen, 6 Megapixel, kompakt, dennoch 10x optischer Zoom, Metallgehäuse - also eine Kompaktkamera mit den Fähigkeiten einer klobigen Megazoom??? Konnte das gutgehen? Nach einigen hundert Bildern in verschiedensten Situationen bin ich zu der Meinung gekommen: Nein!

Zuerst zur Kamera Kodak Easyshare V610 an sich:

Die Kamera ist recht gut verarbeitet, ein Metallgehäuse, vorne geriffelt, um besseren Griff zu haben. Ein Metallziehrrahmen umzieht die ganze Kamera(dazu später noch mehr). Die Knöpfe wirken recht stabil, die Klappe für SD-Karte und Akku weniger.
Hinten finden wir das große Display der Kodak Easyshare V610. Einen Sucher hat die Kamera nicht, brauche ich aber nicht wirklich, da ich absolut begeisterter “Durchs-Display”-Knipser bin.
Die zwei Linsen werden durch eine motorisierte Metallklappe geschützt, die Objektive sind vollkommen in der Kamera versenkt und fahren nicht aus.

Die Kamera schluckt üblicherweise SD-Karten, verfügt aber auch über 32 MB internen Speicher. Der reicht bei maximaler Qualität alllerdings gerade mal für ca. 35 Bilder.

Kommen wir nun zum wichtigsten, der Bildqualität der Kodak Easyshare V610. Hier fängt die Enttäuschung schon an:
Die 6 Megapixel werden nicht mal annähernd ausgenutzt. Laut CHIP haben die Bilder gerade mal 1420 Bildzeilen, nur als Vergleich, der Vorgänger Kodak Easyshare V570 hatte trotz 1 MP weniger 1570 Bildzeilen erreicht!

Die Bilder sind unspektakulär, weder besonders scharf noch knackig. Daß sie nicht mal 1 MB bei 6 MP groß werden, ist schon seltsam, denn diese Größe erreicht auch unsere alte Konica Minolta Dimage Z2, zum Vergleich, meine Canon Powershot S3IS(siehe auch Testbericht von mir dazu) füllt mit ihren guten Bildern locker 3-4 MB pro Aufnahme.

Im Zwielicht oder gar in dunklen versagt die Kodak vollkommen, die Bilder werden unscharf und verwackelt. Selbst das “Hilfslicht” hilft nichts, als Blitz kann man das nicht bezeichnen. Da ich gerne Museen oder Schlösser besuche, wo man nicht immer blitzen darf, für mich das klare Todesurteil für die Kamera.

Und wie sieht es mit “Schönwetter”-Bildern aus?

Auch da ist die Kamera nur auf dem Niveau von 120 € Billig-Geräten, wie sie etwa mein Vater benutzt.

Zoomen kann man vollkommen vergessen. Optischer Zoom geht noch, ist aber schon eine rechte Zitterpartie. Wenn man den Digitalzoom benutzt, sieht man zwar auch weit entfernte Objekte, aber schon jeder Milimeter, den sich die Digitalkamera bewegt, läßt das Bild springen wie einen Hasen auf der Flucht.

Hier macht sich der fehlende Bildstabilisator der Kodak Easyshare V610 bemerkbar, der gerade bei dieser Baugestaltung der Kamera Pflicht gewesen wäre! Wie ein Hohn kommt mir hier der “Verwackelungswarner” vor, der sich durch eine grüne, gelbe oder rote Hand bemerkbar macht. Tja, meistens sah ich nur die gelbe, oft auch die rote. Die grüne nur, wenn die Kamera auf ein festes Objekt gestellt wurde.

Kommen wir zu den Videos. Diese schmieren ziemlich, anscheinend kommt die Kameras bei 30 Bildern in 640×480 nicht recht hinterher. Aber auch 320×240 ist nicht viel besser.
Und dabei verwende ich eine Speicherkarte von Kingston, die in anderen Kameras exzellente Resultate beim Filmen erzielte, was die Geschwindigkeit angeht.

Nächster Kritikpunkt:
Die Akkulaufzeit. Da für die Stromversorgung ein winziger Akku mit 3,7 V und 720mAH zuständig, reicht das gerade mal für 90-120 Bilder. Mit ein paar Videos sieht man die rote Warnleuchte dann schon schneller aufblitzen.
Hier ist wohl auch das große Display schuld, da es zu viel Strom benötigt. Ein zweiter Akku kostet zwar nicht die Welt(8 € von Drittanbieter, funktioniert genau so gut), und ein externes Ladegerät(sonst kann man den Akku nur in der Kamera aufladen) ist ebenfalls für 12 € zu haben.

Weiterhin kritisiere ich die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera, da gewählte Bildschärfe und Aufnahmemodus nach dem Ausschalten nicht gespeichert bleiben, nein, man muß sie jedes Mal neu einstellen. Da man die Kamera wegen der schlechten Akkulaufzeit eh nur anschalten sollte, wenn man wirklich knipsen will, ist dies sehr nervig zu handhaben.

Zu guter Letzt sei noch die nervige Software erwähnt, ohne die sich die Bilder von der Kamera direkt nicht auf den Computer laden lassen. Diese habe ich sofort wieder gelöscht, da sie unhandlich und unbequem ist.
Die Bilder habe ich lieber per Kartenleser in meinem Laptop eingelesen. Es wäre sogar eine Übertragung per Bluetooth möglich, nur hat mein Notebook kein Bluetooth.