Casio Exilim Zoom EX-Z110

Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet und besteht aus schwarz mattiertem Stahl. Das hebt sie hervor zu vielen Kameras in dieser Preisklasse deren Gehäuse nur aus Plastik gefertigt ist. Die Bedienelemente sind alle gut zu erreichen, und da klappert auch nichts.

Die erste Inbetriebnahme gestaltete sich kinderleicht: Die Grundeinstellungen mit Datum und Uhrzeit waren innerhalb von einer Minute erledigt, und dann gings schon los mit dem Fotografieren.

Lieferumfang:
Die Ausstattung ist leider sehr dürftig. Ein USB-Kabel, ein TV-Kabel, eine Trageschlaufe und eine Software liegen als Zubenör bei, aber leider keine Kameratasche. Auch zwei billige Batterien liegen bei, und wer keine SD-Speicherkarte besitzt kann mit dem internen Speicher von 8 MB erste Fotos schießen.

Technische Details:
Die technischen Daten sind eigentlich schnell abgehandelt: 6 Megapixel CCD (die 7 Megapixel Variante kostet leidiglich 20 Euro mehr), 2 Zoll (5 cm) TFT Display, optischer Dreifachzoom, SD Speicherkarten-Slot, USB und TV Schittstelle, 2x AA Mignon Akkus, 3v Stromanschluß, optischer Sucher. Zu fast allen Auflösungen sind drei Qualitätsstufen einzustellen. Das Einzige was mir etwas negativ aufgefallen ist ist die Tatsache daß ein spezielles USB-Kabel benötigt wird und daß die Kamera im USB-Betrieb trotzdem mit ihren Batterien läuft.

Bedienung, Umgang:
Die Kamera hat 6 verschiedene Foto-Betriebsarten. Ein Easyshot und einen Schnappschuß -Modus, in dem man keine weiter Einstellungen machen muß ist gut geeignet um ohne nachzudenken schnell ein paar Bilder machen zu können.
Es gibt auch zwei verschiedene Programm-Automatiken (Blendenautomatik und Verschlußautomatik), einen Bestshot Modus wo man unter 28 verschiedenen Voreinstellungen wählen kann. Wem das nicht reicht, kann noch eigene Kamera-Verhaltensweisen einprogrammieren.

Ein besonderes Schmankerl ist der manuelle Modus. Hier können alle Einstellungen manuell vorgenommen werden, und hier zeigt sich auch daß die Kamera Belichtungszeiten von bis zu 60 Sekunden beherrscht. Das ist sehr interessant für Nachtaufnahmen, aber auch sinnvoll für Panorama-Aufnahmen, bei denen die Bildhelligkeit über mehrere Bilder hinweg konstant sein muß. Dies ist mit der automatischen Belichtung unmöglich hinzukriegen. In den technischen Kurzbeschreibungen der meisten Online-Shops steht darüber leider nichts drin.

Die Kamera kann auch Filme in drei verschiedenen Qualitätseinstellungen aufnehmen so daß auf eine 512 MB-Karte zwischen 6 Minuten (640×480, 30 fps) und 30 Minuten (320×240, 15 fps) passen. Auch läßt die Kamera sich als Diktiergerät verwenden, mit ca. 30 Minuten auf 512 MB Kapazität. Die Videoqualität ist recht passabel, allerdings sollte man keine Wunder erwarten denn aufgrund des geringen Kamera-Gewichtes verwackeln die Filme schnell. Auch fokussiert die Kamera im Film-Modus auf ca. 2m-Unendlich. Aber um unauffällig mal ein Schnappschußvideo zu machen ist sie bestens geeignet.

Da die Kamera so klein und leicht ist sollte man bei Verschlußzeiten unter 1/125 Sekunde (wird im Display angezeigt) einen ruhigen Stand haben, oder sich irgendwo anlehnen. Alternativ dazu kann auch der Antishake-Modus eingestellt werden, der aber scheinbar rein rechnerisch arbeitet und Verwackler nicht wirksam bekämpfen kann oder man stellt die ISO-Empfindlichkeit manuell auf 200 oder 400.
Mein Digital8- Camcorder Sony DCR-TRV7000 hatte schon vor 6 Jahren einen besseren Antishake, und hier hat die Firma Casio meiner Meinung nach noch Bedarf an Nachbesserung.

PC-Konnektivität:
Die Kamera hat ja, wie bereits erwähnt, eine USB2-Schnittstelle. Am Rechner wird die Kamera als Massenspeicher wie ein USB-Stick erkannt und man kommt unter Windows ME , 2000 und XP ohne Treiber aus. Die USB-Geschwindigket ist allerdings nicht berauschend, sie liegt trotz 100x-Speicherkarte (die theoretisch 15 MB/Sekunde kann) bei mageren 1,2 MB/Sekunde. Wer seine Daten schneller übertragen möchte braucht einen Cardreader, oder die Kamera benötigt ein Softwareupdate. Von der Geschwindigkeit entspricht die Datentransferrate eher USB1.1, aber immerhin, es geht. Der USB-Stecker muß ziemlich kräftig reingestöpselt werden.

Bildqualität:
Die Kamera arbeitet standardmäßig mit der ISO-Empfindlichket von 50. Bei dieser Einstellung ist kaum ein Bildrauschen wahrnehmbar, und es steigt mit der ISO-Zahl, die bei dieser Kamera bis 1600 gehen kann.
Die Bilder könnten vielleicht ein wenig kontraststärker sein (einstellbar) und auch ein wenig schärfer (Bildschärfe ebenfalls zuschaltbar), ansonsten kann ich mich nicht beklagen. Im Weitwinkel als auch im Telemodus ist die Ausleuchtung konstant, und es gibt auch eine Warnung wenn der Autofokus nicht scharfstellen konnte.
Die 6 Megapixel wird man im praktischen Betrieb nur selten brauchen, außerdem dürfte die Optik dafür auch am Rande ihrer Leistungsfähigkeit liegen. Mehr dürfte man aber in dieser Preisklasse auch nicht erwarten, und die Bildkörnung ist noch deutlich geringer als bei einer analogen Aufnahme, selbst mit gutem Film. Wenn das aber stört, kann ja in 6 Megapixel knipsen, weichzeichnen und dann auf 3 oder 2 Megapixel runterskalieren. Die Farbsättigung läßt sich ebenfalls einstellen.
Fazit:
Eine leicht zu bedienende Kompaktkamera, die auch für fortgeschrittene Fotografen sehr viele Einstellmöglichkeiten bietet. Sie ist solide verarbeitet (besser jedenfalls als die gleich teure Pentax Optio S60), edles mattschwarzes Design, leicht verständliche Bedienung, und besitht eine wirklich schnelle Reaktionszeit.

Praktisch ist daß hier Standard-Mignon Akkus zur Anwendung kommen, und SD Speicherkarten. Damit muß man keine teuren Spezialakkus kaufen, und mit 2×2600er Akkus kann man schon deutlich mehr als 100 Bilder bei angeschalteten Display und Blitz schießen.

Das einzige Feature, das gewöhnungsbedürftig ist, stellt der sehr schnell ansprechende Zoom da, und der Blitz könnte ein wenig stärker sein.