Canon EOS 350D

Die Canon EOS 350D liegt gut in der Hand, alles ist gut zu erreichen (außer die Abblendtaste = “Tiefenschärfe-Kontrolltaste”, aber die brauche ich selten). Die Oberfläche ist recht rau, das gibt eine gute Griffigkeit, die Wertigkeit/Verarbeitung ist OK. Oft bemängelte “Kratzer” im Kunststoff ist häufig eher Fingenagelabrieb durch die raue Struktur.

Die Canon EOS 350D wird in Deutschland fast nur in schwarz angeboten, lieferbar ist sie aber auch in silber. Ich habe mich bewusst für schwarz entschieden, wegen des Zubehörs (alles schwarz) aber auch der unempfindlicheren Oberfläche wegen. Häufig benutzte/gedrückte Aufdrucke verblassen übrigens schon ;-(

Die Menüs der Die Canon EOS 350D sind vielfältig, aber nicht immer logisch aufgebaut. Dennoch lohnt es sich sehr, einmal intensiv damit zu beschäftigen und die Einstellungen den persönlichen Vorlieben anzupassen!

 

Exkurs UNSCHÄRFE

Ein häufiges Thema in Foren ist die angebliche Unschärfe der Kamera. Dazu müsste man natürlich erst einmal analysieren, was die Ursache ist:
1. Verwacklungsunschärfe
Insbesondere bei langen Brennweiten (also im Telebereich)
Hier helfen nur ein Stativ, kurze Belichtungszeiten, eine ruhige Hand und/oder ein Bildstabilisator im Objektiv.

Tipp für Photos aus der Hand: kurze Belichtungszeiten nach der Faustformel: 1/ Brennweite * Verlängerungsfaktor. Also z.B. bei 200mm Tele-Einstellung: 1/(200 mal 1,6)! [in diesem Beispiel: 1/320sec als längste Zeit, besser noch kürzer.]
Nachteil: Je nach Licht (und Lichtstärke des Objektivs) steht eine so kurze Zeit gar nicht zur Verfügung. Hier ruhig mal höhere ISO-Einstellungen probieren.

2. Objektivunschärfen
hier hilft oft, leicht abzublenden (geht am besten im AV-Modus). Das Kit-Objektiv ist zwischen Blende 8-16 super.

3. Fokussierprobleme
(Autofocus ist keine Vollautomatik, besser eine Spotmessung nur auf das mittlere Feld; und dann ein Schwenk mit halb gedrückter Taste zur Ausschnittswahl. (Und nicht mehr zoomen!)
Das Vorgehen aber unbedingt mal nachlesen, da sich das ganze auch auf die Belichtung auswirken kann, die NICHT mitgespeichert wird!!!

4. Im direkten Vergleich mit den weitverbreiteten Consumer-Digicams ist die kamerainterne Schärfung eher zurückhaltend. Dadurch lassen sich die Bilder nachträglich prima nachbearbeiten. Für wen das aber eh nicht infrage kommt, sollte darüber nachdenken, im Menü die Bildschärfe erhöhen. Das selbe gilt auch für die Farbsättigung (”Buntheit”).

Genereller Tipp: gutes Fotografierbuch über Grundlagen kaufen und dann üben, mit den Kreativprogrammen zu arbeiten. Die Motivprogramme sind zwar nicht schlecht, aber leiden (insbesondere die Vollautomatik) unter vielen Einschränkungen. (ISO, Weißabgleich, Zeiten usw,). Guter Kompromiss: Programm P.
OBJEKTIVE der Canon EOS 350D

Nach einhelliger Meinung lohnt sich die Investition in lichtstarke (und damit teure) Qualitätsobjektive. Hier wird meistens Canon empfohlen, ist aber kein MUSS. So etwas übersteigt dann übrigens schnell den Kamera-Preis, hat aber den Vorteil, dass die Objektive vermutlich viel, viel länger halten als die kamera, was den Anschaffungspreis im Vergleich zur 350er wieder etwas relativiert.

Steht übrigens auf meiner Wunschliste: eine lichtstarke Festbrennweite und ein Telezoom mit Bildstabilisator.

Das sog. Kitobjektiv (18-55) ist übrigens klasse (zumindest für den lächerlichen Betrag, den es im Vergleich zum Nur-Body mehr kostet) und sollte daher unbedingt erstmal genommen werden. Später (gut) verkaufen geht immer.

 

SPEICHERKARTEN:

CF-Card. Ich empfehle eine Größe ab 512MB - 2 GB je nach Geldbeutel, Bequemlichkeit und Risikoerwartung (evtl. lieber 4 kleine als eine große?). Zu der Schnelligkeit der Karten wird eine mittlere Schnelligkeit empfohlen (es reicht z.B. eine “Ultra2″ und muss keine “Extreme III” sein). Wer auf Schnelligkeit der Karten beim Fotografieren nicht angewiesen ist, kann natürlich auch eine langsame nehmen und Geld sparen, merkt dies aber spätestens bei Runterladen mittels Speicherkartenleser. Letzterer ist übrigens dringend empfehlenswert: preiswert und schnell und komfortabel.

Tipp um Speicherkartendefekte zu minimieren ist übrigens: Photos nicht nachträglich einzeln löschen (letztes Photo ist aber ok.) sondern drauflassen und erst auf dem Rechner aussortieren. Ansonsten wird die Karte fragmentiert! Das vorgehen setzt natürlich eine größere Speicherkarte voraus und /oder eine gewisse Sorgfalt bei der Bildaufnahme. Aber so besteht eher die Möglichkeit, mit sog. Rettungsprogrammen defekte Speicherkarten fast komplett auszulesen.
BLITZ der Canon EOS 350D

Der eingebaute Blitz ist besser als sein Ruf. Bei zu hellen oder dunklen Ergebnissen mal mit der Blitzbelichtungskorrektur spielen und auch mit den ISO-Einstellungen. Verblüffende Ergebnisse sind garantiert. Tipp: öfter auch tagsüber verwenden, das mindert Schatten im Vordergrund und gibt noch etwas mehr Licht. Aber in dem Zusammenhang aufpassen, in welchem Programm man fotografiert. Im Programm P gibt es einige Einschränkungen und unliebsame Überraschungen. (Das würde den Rahmen sprengen, besser in div. Foren nachlesen.) Ich habe mich übrigens zusätzlich für den externen Systemblitz 430EX entschieden. Teuer, aber nicht bereut: viel Power und sehr komfortabel.
AKKU:

Die Standzeit ist lang. Ich schätze mindestens 250 Bilder (und ich blitze viel). Ich kann mich der Meinung meiner Vorrednerin übrigens nicht anschließen, den Akku bei Nichtbenutzung herauszunehmen, denn die Kamera besitze eine Sicherungsbatterie, die dann sicher leidet. Lieber ab und zu mal laden oder noch besser: öfter benutzen.

Vorteil eines Ersatzakkus ist die Tatsache, dass man jeden komplett leerschießen kann, bevor man wieder auflädt. Ansonsten wäre man natürlich gezwungen, ständig aus Sicherheitsgründen zwischenzuladen, was die Ladezyklen und damit die Standzeit erheblich reduzieren dürfte. Habe selbst 2 kompatible Akkus gekauft für zusammen 6,66 EUR (!). Die sind fast so stark wie der Originale (60-70 EUR/Stk.).

Tipp: zumindest das erste mal den Akku vollständig laden. Ich weiß, die Neugier kann größer sein, trotzdem.
Sonstiges Zubehör der Canon EOS 350D

DISPLAYSCHUTZ:

Wegen guter Erfahrung bei meinem PDA habe ich mir eine “BRANDO”-Schutzfolie gegönnt. Aufpassen, es gibt 2 Ausführungen: Die Version “Ultraclear” (oder so ähnlich) ist echt empfehlenswert. Guter Schutz und das beste ist (bei sorgfältigem Auftragen): man sieht sie nicht! Rel. teuer.

Auch auf dem Markt sind aufklappbare Klappen, die als Schutz fungieren sollen, und gleichzeitig die Ablesbarkeit bei Sonnenlicht verbessern sollen, da habe ich aber keine Erfahrungen mit.
GEGENLICHTBLENDE:
gute Investition, liegt bei Canon leider nicht immer bei (auch nicht beim Kit-Objektiv!) Rel. teuer.
UV-FILTER der Canon EOS 350D
kann getrost gespart werden, die Bilder werden NICHT besser, eher schlechter. Der Chip hat einen UV-Sperrfilter eingebaut! Und als Schutz braucht man sie bei Verwendung der Gegenlichtblende nur bei sehr staubigen oder sehr feuchten Umgebungen.