Canon Digital Ixus 55

 

Die Kamera ist tatsächlich “Ultrakompakt”, ohne dabei fummelig zu wirken. Sie liegt trotz der geringen Abmessungen gut in der Hand. Die Camera wirkt wie alle IXUS-Modeelle aufgrund des Stahlkleides sehr edel und wertig.

Clever ist die IXUS-übliche Regelung des Zooms an der Oberseite der Camera in einem Ring um den Auslöser. Konkurrenzprodukte haben hier - häufig nur mit Fingerverrenkungen zu erreichende - Wippschalter auf der Rückseite. Der optische Zoom kann digital ergänzt (ca. 4-fach) werden, ich rate hiervon wie viele andere Nutzer jedoch ab. Das Bildrauschen nimmt zu, die Qualität der Bilder damit zwangsläufig ab. Sehr gut ist die Möglichkeit, im Menü festzulegen, ob man überhaupt den digitalen Zoom beim Fotografieren zulassen möchte oder nicht. Wählt man diese Option ab, wird beim Zoomen der Digitalzoom nicht zur Verfügung gestellt.

Die Kamera hat drei verschiedene Selbstauslöser-Modi (2 sek, 10 sek, frei wählbar mit freier Wahl der Bildzahl bis höchstens 10). Die letzte Funktion finde ich persönlich ganz nett und zum Beispiel für Partys gut zu gebrauchen.

Die Kamera fokussiert schnell und präzise, auch bei widrigen Lichtverhältnissen. Ist es zu dunkel, wird ein AF-Hilfslicht zur besseren Fucussierung ausgesandt.

Der Blitz ist durchaus als gut zu bezeichnen, geringe Überblendungen sind wohl (bauartbedingt) bei nahen Objekten nicht auszuschließen. Der Blitz erhellt ausreichend, die Reichweite ist akzeptabel. Die Fotos mit Blitz sind - im Vergleich zu Billigdigis - als gut bis sehr gut zu bezeichnen - die IXUS 55 ist also auch eine ideale Partykamera (und nicht nur wegen ihres Aussehens und des Kultstatus der IXEN allgemein).

Die Bedienung ist schlüssig, das Menü (nach kurzer Eingewöhnung) verständlich. Ich empfehle, die auf CD-Rom mitgelieferte erweiterte Kamerabeschreibung (PDF) unbedingt irgendwann zu lesen, da sich erst hierdurch bestimmte Sonderfunktionen und Möglichkeiten der IXUS überhaupt erschließen. Die beigefügte “Kurzbeschreibung” ist hingegen nur zum ersten Bedienen der Grundfunktionen zu gebrauchen und ansonsten ein “Witz”. Eine ausführliche Beschreibung in ausgedruckter Form wäre schön gewesen, hier spart Canon aber wie viele andere Hersteller auch……….

Das optische 3-fach Zoom fährt komplett in das Gehäuse ein; das Objektiv ist bei ausgeschalteter Cam mit einem Plastik-Schutzmechanismus (der als einziges - neben der wackeligen Abdeckung für den PC-USB-Verbindungsanschluß - an der Camera nicht gerade sehr vertrauenserweckend im Hinblick auf Robustheit und lange Lebensdauer wirkt) abgedeckt.

Manuell läßt sich durchaus auch etwas (für Hobbyfotografen ausreichend) verstellen. so kann u.a. im “manuellen Modus” - der nicht vergleichbar mit einer Profi-Digi oder einer Spiegelreflex ist - die Belichtungsdauer in 1/3-Schritten um bis zu -3 bzw. +3 verringert oder erhöht werden - hilfreich bei beispielsweise zu hellen oder zu dunklen Gegenständen, wenn man nicht “blitzen” will. Auch der ISO-Wert (wichtig im Hinblich auf Bildrauschen) kann verstellt werden.

Nicht extra eingegangen werden soll hier auf die (bei fast allen aktuellen Digis übliche) Möglichkeit, die Auflösung und Kompression der Bilder festzulegen.

Display:
Das im Vergleich zu den IXUS-Modellen 30, 40 und 50 (alle 2 Zoll) nochmals gewachsene Display von 2,5 Zoll gefällt und liefert klare und auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut erkennbare Bilder. Zwar sollen die Vorgängermodelle aufgrund einer höheren Pixelzahl noch schärfer gewesen sein, die nun vorhandenen ca. 115.000 Pixel reichen jedoch m.E. völlig. Ich habe mir im Vergleich eine ganz aktuelle IXUS 65 mit 3-Zoll Display angesehen - es war erschreckend, wie schlecht (verwaschen) dort die Bilder gewirkt haben. Größe ist eben nicht alles………
Es besteht die Möglichkeit, im Display im Wiedergabemodus entweder nur das Bild, oder (jeweils zusätzich in das Bild eingeblendet) Informationen zum Bild bzw. ein Histogramm einzublenden. Diese Funktion (über eine zusätzliche Taste “Disp.” neben dem Displau zu bedienen) ist teilweise sehr hilfreich, um das Bild zu bewerten. Wer weniger Ahnung vom Fotografieren hat, läßt die Infos weg und hat das Bild dann formatfüllend. In die Bilder kann digital sehr weit gezoomt werden, auch dies hilft beim Betrachten von Deteils und bei der Bewertung von Bildrauschen, Schärfe etc.
Was mich überzeugt hat, ist der eingebaute “Bildlagen-”Sensor: Die Kamera erkennt automatisch, ob ihr ein normales Bild oder ein hochformatiges Bild geschossen habt und dreht im Wiedergabemodus das Bild immer in die richtige Betrachtungsposition. Haltet ihr die Cam waagerecht, erscheint ein Hochformatbild richtig herum - mit schwarzen Balken rechts und links. Haltet ihr die Cam senkrecht (so wie ursprünglich auch das Hochformatbild geschossen wurde), erscheint das Bild formatfüllend senkrecht auf dem Display. Ein nettes Feature, Lob für Canon.
Im Wiedergabemodus können die Bilder jeweils einzeln oder in Neunergruppen (stark verkleinert) angesehen werden. Es ist auch möglich, mehrere Bilder jeweils zu überspringen. So erspart man sich das lästige Durchblättern bei der Suche eines einzelnen Bildes in der Mitte von hunderten aufgenommenen Fotos.

Bilder:
Hier hat die IXUS 55 meine Erwartungen voll erfüllt. Die Bilder sind durchweg zu gebrauchen.
Bei abgeschaltetem Blitz warnt bei voraussichtlich zu hoher Blendenöffnung (lange Belichtungszeit) die Cam verläßlich durch Anzeige eines roten Symbols im Display vor Verwacklungen. Wer trotzdem abdrückt und die Cam nicht ruhig genug hält, erhält halt ein verwackeltes Bild - “Künstlerpech”. Die Bilder selbst sind schön scharf. die Farben naturgetreu. Hier kann ohnehin jeder im nachhinein noch mit entsprechender Software die Bilder nachbearbeiten.
Die bislang ausgedruckten Bilder (alle A 4) haben überzeugen können.

Videos:
Eine sehr schöne (mittlerweile aber bei nahezu allen Digis vorhandene) Zugabe ist die Möglichkeit, in verschiedenen Auflösungen (bis VGA-Qualität 640 x 480) und max. 30 Bildern in der Sekunde Filmchen mit Ton im AVI-Format zu drehen, deren Qualität bis auf den Ton durchaus akzeptabel und verwertbar ist. Die Länge wird nur durch die Kapazität der Speicherkarte begrenzt (max. 1 GB). Allerdings ist die Karte auch ruckzuck voll, da eine Minute Film bei schneller Bildfolge locker 60 bis 100 MB benötigt. Während des Filmens ist allerdings zoomen nicht möglich. Allerdings ist die IXUS ja auch zum Fotografieren, nicht zum Filmen entwickelt worden… Trotzdem eine nette Sache, um schnell mal eine Peinlichkeit etc. zu dokumentieren.

PC-Anbindung:
Die Verbindung zum PC wird über das mitgelieferte USB-Kabel hergestellt. Windows XP erkennt dann (empfohlen wird die vorherige Installation der mitgelieferten Software) die Cam automatisch. An der IXUS befindet sich hinten ein Knopf, der bei hergestellter Verbindung zum PC im Wiedergabemodus blau leuchtet. Drückt man diesen, kann man (nach Wahl) alle auf der Karte befindlichen Bilder oder (sehr nützlich) nur die neuen Bilder heruntergeladen werden.

Software:
Die mitgelieferte Software (ZoomBrowser EX) ist o.k., es werden auch Möglichkeiten der Bildnachbearbeitung angeboten. Diese reichen allerdings an eine professionelle Software bei weitem nicht heran. Sehr gut ist die automatische Rote-Augen-Funktion, die findet und beseitigt nahezu vollständig die lästigen, blitzbedingten “Albinoaugen”. Schön ist auch, daß man über die Software-Druckfunktion nachträglich das Datum und oder die Uhrzeit der Bildaufnahme rot einblenden kann. Die Kamera speichert ohnehin eine Menge Daten zum Bild, die man später als “Metadaten” mit der Software abfragen kann.